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09.05.2019

Tettau | Unternehmen fordern bezahlbare Stromversorgung und Planungssicherheit

Für die Zukunft der Glashütten

Rund 200 Beschäftigte aus der Hohlglasindustrie haben in Tettau bei einer vom Bezirk Mainfranken organisierten industriepolitischen Tagung zur Zukunft der Glasindustrie mit dem Vorsitzenden der IG BCE, Michael Vassiliadis, mit Vertretern von Unternehmen sowie Experten die Zukunft ihrer Branche diskutiert.

Zurzeit sind zwar die Auftragsbücher gut gefüllt, die Beschäftigten machen sich aber trotzdem Sorgen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze: Hohe Energiekosten und fehlende Versorgungssicherheiten könnten zum Nachteil gegenüber der Konkurrenz werden. Michael Vassiliadis betonte, wie wichtig der Ausbau des Stromnetzes für die energieintensiven Industrien sei. Auch die Kosten der Energiewende dürften nicht zu hoch werden. „Energie ist für die Unternehmen ein Rohstoff.“ In Tettau und Umgebung sind drei der bedeutendsten deutschen Hohlglas-Hersteller ansässig: Wiegand-Glas, Heinz Glas und Gerresheimer. „Dort haben wir gute Arbeitsplätze, tarifgebunden und mitbestimmt“, sagte Beate Rohrig, Leiterin des Landesbezirks Bayern.

Die Unternehmen stehen zu ihrer Region. Aber gleichzeitig bereiten sie sich darauf vor, dass sie die Produktion verlagern können. Heinz Glas in Klein Tettau habe entscheiden, eine weitere, elektrisch betriebene Wanne zur Glasschmelze zu errichten, sagte der Geschäftsführer Carl-August Heinz. „Wir bauen aber so, dass wir diese Wanne notfalls nach Polen oder auch nach China verlagern können.“

Zu schaffen macht den Unternehmen die Unberechenbarkeit, mit der die Politik die Energiewende vorantreibt. „Wenn wir Wannen bauen, bauen wir die für 10 bis 15 Jahre“, sagte Bernd Hörauf, Geschäftsführer von Gerresheimer Tettau. „Wir brauchen Planungssicherheit, Sicherheit für unsere Investitionen und eine sichere Energieversorgung.“

Michael Vassiliadis rief dazu auf, die Alarmsignale in der Branche zu erkennen. „Wenn wir nicht aufpassen, durchlöchern wir unser einigermaßen integriertes industrielles Netz und zerstören die Zusammenarbeit in den Wertschöpfungsketten.“

Wolfgang Lenders