Lohr am Main

Ehrung von 17 Jubilaren mit 705 Jahren Mitgliedschaft

„Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird es mit Sicherheit nicht einfacher, ihre Interessen, ihre Sorgen, ihre Zukunft in der Bundesrepublik wiederzufinden.“ Bei der Jubilarehrung des IG BCE Bezirks Mainfranken ehrte Gewerkschaftssekretär Markus Deissler nicht nur die 14 der anwesenden 17 Jubilare für ihre langen Jahre der Mitgliedschaft in der IG BCE, sondern richtete in seiner Laudatio auch einen gewerkschaftlichen Blick auf die laufenden Sondierungsgespräche in Berlin.

Der 28-Jährige kündigte an, dass sich die IG BCE künftig mit allen Parteien inhaltlich auseinandersetzen werde und klare Kante gegen links wie rechts zeigen müsse. Gleichzeitig mahnte er, dass eine Jamaikakoalition die dringend notwendige Stabilisierung der Rente kaum vorantreiben werde.

IG BCE Markus Deissler

Jubilarehrung Lohr 2017

Soziale Herausforderungen

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer seien heute umso mehr darauf angewiesen, dass in der Bundesregierung Parteien wirken, die sich den sozialen Herausforderungen der Digitalisierung, dem steigenden Wettbewerbs- und Leistungsdruck in der Arbeitswelt und den Fragen des demografischen Wandels „engagiert und überzeugend“ stellen.

Als einer der innovativsten Treiber und aufgrund ihrer guten Tarifpolitik habe die IG BCE sich dem Wandel in Politik, Gesellschaft und Wirtschaft deshalb nie entgegen gestellt. Die Gewerkschaft habe mit Hilfe ihrer Jubilare diesen Wandel menschenwürdig und gewerkschaftspolitisch prägen und gestalten können. Gute Tarifabschlüsse haben nämlich auch unmittelbar Auswirkungen auf all diejenigen, die nicht mehr aktiv im Berufsleben stehen und die Früchte ihrer Arbeit genießen dürfen. Denn die Entwicklung der Renten ist an die Entwicklung der Tariflöhne gekoppelt. Das heißt, erzielt die IG BCE gute Tarifabschlüsse, so kommt das letztlich auch bei den Rentnerinnen und Rentner in Deutschland an.

Durch häufigen Arbeitsplatzwechsel würde die Bindung zu den Gewerkschaften geringer und die IG BCE würde „mittlerweile mehr in ihrer Eigenschaft als Feuerwehrmänner in den Unternehmen und Betrieben wahrgenommen und weniger als Gestalter oder Vermittler“, so Deissler. Auch deshalb betonte er, dass ein Miteinander und die Solidarität unter Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern umso wichtiger seien. Denn gerade bei der jungen Generation sei gewerkschaftliches Engagement heute „leider keine Selbstverständlichkeit mehr“.

Abschließend erinnerte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzender der Gerresheimer Lohr GmbH, Harald Merz, an wichtige Ereignisse in den Eintrittsjahren der Jubilare und an damalige Preise. Besonders die jeweiligen deutschen Meister im Fußball und die Preise für eine Maß Bier sorgten für sichtbares Erstaunen und Heiterkeit unter den anwesenden Jubilaren.

Ausgezeichnet:

Für 25 Jahre Mitgliedschaft

Ell Thomas, Kroeter Karlheinz, Neubert Harald.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft

Ebert Gerhard, Fillinger Herbert, Fischer Klaus, Fuchs Karlheinz, Gloeckner Richard, Heinz Harald, Kretz Tino, Rothenbuecher Peter, Tripp Horst.

Für 50 Jahre Mitgliedschaft

Burk Werner, Fritsch Willi, Greulich Norbert

Für 60 Jahre Mitgliedschaft

Fleckenstein Karl, Imhof Erich.

Markus Deissler

Nach oben